Auszubildende über eigene Website finden

Anja Szych Montag, 2. September 2019 von Anja Szych

Wer auf einen Baum klettern will, fängt unten an, nicht oben.

Ausbildungsmarketing – wie Sie leichter Lehrlinge finden

Handwerker haben große Schwierigkeiten, die Leute zu finden, die in ihrem Betrieb arbeiten wollen. Und das fängt schon bei den, wie man früher so schön sagte, „Lehrlingen“ an.
Ganz unten finden Sie
ausführliche weiterführende Tipps: Lehrstellenbörsen, Matchpoint-Ausbildungsportal, Web-Anwendung um online Ausbildungsverträge zu gestalten, Termine für Ausbilder und Lehrlinge, ...

Taugen die bisherigen Wege noch, was kann man neu und erfolgreicher machen?

Neue Wege testen

Probieren Sie auch Wege, die Sie noch nicht kennen: neben Ausbildungsmessen und Praktika auch mal Azubi-Speed-Dating oder Facebookposts, Betriebsbesichtigungen, Werbung in der S-Bahn, Tag der Offenen Tür (so hat übrigens mein Sohn seinen Traumberuf gefunden), …

Ab ins Internet

Die bewährten Wege von früher funktionieren nur noch begrenzt, neue Ideen sind gefragt – gehen Sie dahin, wo die Jugendlichen sind: ins Internet! Nutzen Sie Ihre Website!
Und zwar nicht nur mit einem kurzen lapidaren Hinweis. Sondern zeigen Sie Herzblut, erklären Sie, wie Sie arbeiten, überzeugen Sie mit Ihrer Begeisterung. Wir unterstützen Sie gerne dabei.

Wenn Sie z.B. im Internet mit den Begriffen "Tischlerei, Ausbildung" suchen, werden Sie sehen, wie man das ausgezeichnet umsetzen kann. Und dass gerade die Firmen, die auf ihrer Website zur Ausbildung informieren, meistens schon frühzeitig im Jahr Auszubildende gefunden haben und darum bitten, sich für das nächste Jahr zu bewerben.

Beispiel: so suchen andere Firmen nach Lehrlingen für Tischlerbetriebe

Wie überzeugen Sie von Ihrem Beruf

Erzählen Sie in Ihren eigenen Worten, weshalb Sie sich diesen Beruf ausgesucht haben – und warum Sie dabei geblieben sind!
Die Motive bei der Berufssuche von Jugendlichen sind auch heute noch ganz elementare: zufrieden sein, etwas Fertiges in den Händen halten, gutes Geld verdienen. Seien Sie ehrlich – dann kommen auch die richtigen Jugendlichen zu Ihnen.

Warum ist Ihr Beruf der einzig Wahre?

Sagen, warum Sie Ihren Beruf lieben und ihn mit voller Energie jeden Tag ausüben.
Gehen Sie an die Suche mit so viel Engagement, wie Sie es auch für die Kundensuche investieren würden – dann bekommen Sie auch die Lehrlinge, die zu Ihnen passen.

Schülerpraktikum

Bieten Sie auch in Schulferien aktiv Praktika an. Sie sind die beste Möglichkeit, einander kennenzulernen. Mindestens drei Tage, besser länger. So können sich beiden Seiten beschnuppern und einen echten Einblick in den Beruf bekommen. Das ist so viel mehr wert als Berufsbeschreibungen im Internet.

Und wenn der Praktikant da ist: lassen Sie ihn nicht nur Kaffee kochen und fegen, dann wäre die Zeit verschwendet.

Kooperationen: Ratgeber der Jugendlichen kontaktieren

Eltern, Lehrer, Trainer – das sind wichtige Bezugspersonen für die Jugendlichen.
Sprechen Sie sie an, vielleicht können Sie ja mal statt einer Trainingsstunde Ihren Betrieb vorstellen.

Machen Sie das ganz praktisch: das Werkzeug und ihr jetziger Azubi müssen mit. Geben Sie die Chance, mit Material und Werkzeug mal zu arbeiten. Kleine Erfolgserlebnisse sichern die nächsten Azubis.

Vorurteile versperren Wege

Ausbilden ist mehr als die Vermittlung von fachlichen Kompetenzen. Es braucht Verständnis, Einfühlungsvermögen und echtes Engagement. Und das schon bei der Suche!

Mit Vorurteilen gegenüber

  • zu viel oder zu wenig Bildung

  • dem falschen Alter

  • Frauen in Handwerksberufen

  • der falschen Hautfarbe oder Nationalität

  • einer klaren eigenen Meinung oder Vorwissen

… könnten Sie Ihren besten Auszubildenden verpassen.

Checkliste und Kontrolle

Schreiben Sie auf: was Sie planen, was Sie schon ausprobiert haben, was erfolgreich war, welcher Weg Ihnen am meisten liegt, wen Sie fragen können oder schon erfolgreich kontaktiert haben.

Dann können Sie zukünftig Ihre erfolgreichsten Maßnahmen einsetzen und schneller erfolgreich sein.

Rechtzeitig anfangen

Fangen Sie rechtzeitig an, manchmal ist der Weg länger.

… und gehen Sie mit guten Beispiel voran. Wer zuverlässige Auszubildende sucht, sollte das selbst auch sein: auf Bewerbungen auch antworten, selbst wenn die Stelle schon besetzt ist. Sich kümmern und melden. Gerade Jugendliche haben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl und wollen ernst genommen werden.

Weiterführende Tipps vom Zebra

Durch eine Mitgliedschaft im Ausbildungsverbund Technik 21 e.V. (AVB TEC 21) werden kleine und mittlere Unternehmen bei der Vermittlung aller notwendigen fachspezifischen Fachkenntnisse und Fähigkeiten unterstützt.

Vom Netzwerk profitieren: Bewerberauswahl, Ausbildungsplanung, Vermittlung in Partnerbetriebe, gezielte Nachhilfe und Prüfungsvorbereitung, Kurssystem in Kooperation mit der hochschule 21, Schnittstelle zu Berufsschule und IHK/HWK sowie Personalverwaltung werden u.a. als Leistungen angeboten. Mehr Informationen unter: Betriebsübergreifende Ausbildungsplätze

- Die IHK Flensburg hat dazu einen Leitfaden mit Checklisten für eine gute Berufsausbildung entwickelt.

- Starterkit des Bundesministeriums

YOJO – Young Jobs ist ein Internetportal für Unternehmen und Fachkräfte in der Metropolregion Hamburg, das von der Hamburg Invest betrieben wird. Berufseinsteiger, aber auch Berufserfahrene, finden auf www.yojo.de Informationen über Arbeitgeber aus vielen Branchen, Stellenangebote und Veranstaltungshinweise.

Damit Ihre Auszubildenden am ende der Ausbildung nicht lange auf Ihr Zeugnis warten müssen, hilft das Handwerks-Magazin mit einem Zeugnisgenerator:

https://www.handwerk-magazin.de/zeugnisgenerator-muster-arbeitszeugnis-selbst-erstellen/150/384/207581

Diese Website benutzt Cookies von Google Analytics. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.